Jedes Jahr veröffentlicht jemand eine Liste der "Top-SEO-Trends", die sich wie ein Bingo-Zettel voller Fachbegriffe liest. Das meiste ist Rauschen, manches ist schlechter Rat.
Die Trends, die in der SEO-Optimierung wirklich zählen, glänzen selten. Es sind leise Verschiebungen darin, wie Google entscheidet, wer Besucher bekommt. Dieser Überblick trennt, was sich 2025 und 2026 wirklich geändert hat, von dem, was Sie getrost überspringen können.
Was in der SEO 2025 und 2026 wirklich neu ist
Die größte Änderung: Google antwortet immer öfter selbst. Laut Googles Hilfeseiten sind KI-Übersichten (AI Overviews), die von KI verfassten Zusammenfassungen über den Ergebnissen, in vielen Ländern und Sprachen verfügbar, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dazu kommt der KI-Modus (AI Mode), eine Suchform, in der KI die ganze Antwort schreibt und auf ihre Quellen verlinkt.
Für Websitebetreiber ist Google eindeutig: Für das Erscheinen in diesen Antworten gibt es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besondere Optimierung. Eine Seite muss indexiert sein und in der normalen Suche ein Snippet zeigen dürfen, und es gelten dieselben Grundlagen wie bisher. Besuche aus diesen Antworten zählt die Search Console im Leistungsbericht unter dem Suchtyp Web, zusammen mit den übrigen Besuchen aus der Suche.
Das Dritte, das Sie verfolgen sollten, sind Googles Updates. Seit Anfang 2025 hat Google fünf Core Updates und fünf Spam-Updates gestartet; die genauen Daten stehen in unserem Artikel über Core Web Vitals und das Ranking bei Google. Wenn sich Ihre Positionen plötzlich ändern, prüfen Sie zuerst, ob das Datum zu einem davon passt.
KI-Übersichten haben das Spiel verändert
Bei vielen Informationsanfragen steht die Antwort jetzt direkt auf der Ergebnisseite. Für allgemeine Inhalte, die nur Bekanntes wiederholen, kann das weniger Klicks bedeuten.
Was heißt das für Ihre Website? Zweierlei.
Erstens lohnt es sich, die Quelle zu sein, die zitiert wird. Das heißt konkrete, überprüfbare und gut gegliederte Inhalte: echte Daten, echte Erfahrung, eine klare Haltung. Ein Beitrag mit 500 Wörtern, der nichts Neues sagt, hat keinen Grund, zitiert zu werden.
Zweitens führen kommerzielle und transaktionale Anfragen weiterhin auf Websites. Wer "bestes CRM für kleine Unternehmen" sucht, will die Optionen weiterhin selbst vergleichen. Richten Sie Ihre Inhalte auf Anfragen aus, bei denen Menschen mehr als eine Zusammenfassung brauchen.
Suchintention ist alles
Google versteht sehr gut, was Menschen wirklich wollen, nicht nur die Wörter, die sie eintippen.
Die Suche nach "Webdesign" kann bedeuten, dass jemand etwas darüber lernen, jemanden beauftragen oder ein Werkzeug finden will, um es selbst zu machen. Google zeigt für jede dieser Bedeutungen andere Ergebnisse.
Deshalb geht es bei der Keyword-Recherche nicht mehr nur um das Suchvolumen. Sehen Sie sich die tatsächlichen Ergebnisse für Ihre Begriffe an. Was erscheint dort: Produktseiten, Blogbeiträge, Videos? Bieten Sie das Format an, das Google bereits zeigt.
Eine Seite, die für alles ranken will, rankt selten für irgendetwas.
E-E-A-T ist nicht nur ein Schlagwort
Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-E-A-T) beschreiben, welche Inhalte Google zeigen will. Laut Googles Dokumentation ist E-E-A-T selbst kein eigener Rankingfaktor, die Systeme nutzen aber eine Reihe von Signalen, die solche Inhalte erkennen. Am wichtigsten ist Vertrauen, und es wiegt besonders schwer bei Themen, die Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit von Menschen betreffen. Googles Qualitätsbewerter legen keine Positionen fest: Ihre Bewertungen helfen Google zu prüfen, ob die Systeme gut arbeiten.
So sieht E-E-A-T in der Praxis aus:
- Erfahrung: Zeigen Sie, dass Sie wirklich getan haben, worüber Sie schreiben. Screenshots, Projektbeschreibungen, konkrete Zahlen aus Ihrer eigenen Arbeit.
- Expertise: Wer schreibt, zählt. Namentlich genannte Autoren und ihr Wissen geben Inhalten Gewicht.
- Autorität: Andere Websites verlinken auf Sie, weil Ihr Inhalt zitierwürdig ist. Backlinks bleiben ein wichtiges Signal.
- Vertrauenswürdigkeit: HTTPS, klare Kontaktdaten, Datenschutzhinweise, korrekte Inhalte. Die Grundlagen.
Inhalte ohne Autor und ohne echtes Wissen dahinter starten aus einer schwächeren Position.
Mit KI geschriebene Inhalte
Hunderte Artikel zu veröffentlichen ist heute einfach. Googles Spam-Richtlinien haben darauf eine Antwort: Inhalte in großer Menge zu veröffentlichen, deren Hauptzweck die Manipulation des Rankings ist und nicht die Hilfe für Menschen, verstößt gegen die Regeln, egal wie sie entstanden sind. Google nennt ausdrücklich das Beispiel, mit generativen KI-Werkzeugen viele Seiten zu erstellen, die Nutzern keinen Mehrwert bieten.
Das heißt nicht, dass KI verboten ist. Es heißt, dass das Ergebnis gemessen wird: Bietet die Seite etwas, das ein Leser woanders nicht bekäme? Zehn geprüfte Artikel aus eigener Erfahrung sind mehr wert als hundert allgemeine.
Core Web Vitals bleiben die Grundlage
Seitengeschwindigkeit ist kein Trend, sondern eine Grundvoraussetzung.
Seit März 2024 gehört Interaction to Next Paint (INP) zu den Core Web Vitals und hat First Input Delay abgelöst. INP misst, wie schnell eine Seite auf jede Interaktion reagiert, nicht nur auf die erste, deshalb spüren ihn Websites mit viel JavaScript am stärksten.
Eine kurze Checkliste zur Geschwindigkeitsoptimierung der Website:
- LCP (Largest Contentful Paint): Unter 2,5 Sekunden. Optimieren Sie Titelbilder, laden Sie wichtige Ressourcen vor, nutzen Sie ein CDN.
- INP (Interaction to Next Paint): Unter 200 ms. Reduzieren Sie JavaScript, teilen Sie lange Aufgaben auf, verzögern Sie Skripte, die nicht nötig sind.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Unter 0,1. Geben Sie Abmessungen für Bilder und Anzeigen an. Keine plötzlichen Verschiebungen.

Testen Sie mit PageSpeed Insights. Beheben Sie zuerst die roten Punkte, dann die orangefarbenen. Wie stark diese Metriken Ihre Position wirklich beeinflussen, erklärt unser Artikel über Core Web Vitals.
Zero-Click-Suchen nehmen zu
Hervorgehobene Snippets, Knowledge Panels, Felder mit ähnlichen Fragen und KI-Übersichten beantworten die Frage direkt auf der Ergebnisseite. Manche Menschen klicken dann nirgendwohin. Darauf können Sie sich einstellen.
Schreiben Sie so, dass Google Sie zitieren kann. Gliedern Sie Inhalte mit klaren H2- und H3-Überschriften, beantworten Sie die Frage direkt im ersten Absatz unter der Überschrift und nutzen Sie Listen und Tabellen dort, wo sie wirklich helfen.
Bauen Sie auch die Bekanntheit Ihres Namens auf. Wer Ihren Namen immer wieder in den Antworten sieht, sucht irgendwann direkt nach Ihnen.
Mobile Leistung ist nicht verhandelbar
Google indexiert die mobile Version Ihrer Website. Ihre mobile Website ist Ihre Website.
Es geht nicht nur um responsives Design, sondern darum, ob jemand auf dem Handy wirklich erledigen kann, wofür er gekommen ist. Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Sind Buttons groß genug zum Tippen? Funktioniert das Menü mit einer Hand?
Der Bericht zur mobilen Nutzerfreundlichkeit in der Search Console und Googles Mobile-Friendly Test wurden am 1. Dezember 2023 eingestellt. Prüfen Sie Ihre mobile Version deshalb mit Lighthouse in Chrome und vor allem auf echten Handys.
Trends, die Sie getrost ignorieren können
Nicht jede Neuheit verdient Ihre Aufmerksamkeit. Das würden wir überspringen:
- Sprachsuche als eigene Strategie. Wenn Sie klar schreiben und Fragen direkt beantworten, haben Sie Sprachanfragen bereits abgedeckt.
- Besondere "KI-Optimierung". Laut Google gibt es für KI-Übersichten und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen. Was für die normale Suche gilt, gilt auch dort.
- Jedem Algorithmus-Update hinterherjagen. Wenn Ihr Inhalt wirklich nützlich und Ihre technische Grundlage in Ordnung ist, ist ein einzelnes Update selten ein Grund zur Panik.
- Soziale Medien als Rankingfaktor. Google führt sie nicht unter seinen Rankingsignalen. Sie können Besuche und Links bringen, aber das ist ein indirekter Effekt.
Was wirklich funktioniert
Lässt man das Gerede über Trends beiseite, tun Websites, die über Jahre gut ranken, dieselben Dinge.
Sie veröffentlichen Inhalte, die ihrem Publikum wirklich helfen, und bauen sie auf einer technisch soliden Grundlage auf. Sie verdienen sich hochwertige Backlinks von relevanten Websites. Sie halten ihr Google Business Profile aktuell. Sie messen, was funktioniert, und tun mehr davon.
Es gibt keinen geheimen Trick und keinen magischen Trend. Es gibt beständige, gute Arbeit über lange Zeit.
Die beste SEO-Strategie ist die, die Sie wirklich umsetzen. Wählen Sie, was zu Ihren Ressourcen und Ihrem Publikum passt, und ignorieren Sie den Rest.
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